World Chess Rapid and Blitz Championship

Harry fuhr mal wieder den Wagen vor

Unser fliegender Reporter, der normalerweise erst ab 5000 Höhenmetern frei zu atmen beginnt, wagte sich mit seiner lieben Frau ins preußische Flachland und zwar zur Schnellschach-WM nach Berlin. Dort traf er kleine und große Meister. Über seine Erlebnisse in der Bundeshauptstadt hat er einen Bildbericht verfasst, den wir euch nicht vorenthalten wollen.

Saarländische Einzelmeisterschaft

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Konzentration am Brett

Die SEM 2014 als das Osterevent für saarländische Schachspieler ist beendet. Hendrik Tabatt ist neuer saarländischer Einzelmeister. Er beherrschte die diesmal nicht ganz so starke Konkurrenz im Meister-A-Turnier klar. Insbesondere die Niederlage von Ronny Müller gegen Dominik Faas verminderte die Spannung an der Spitze. Hinzu kam, dass der Chef aller deutschen Schachspieler, Herbert Bastian, besonders zu Beginn nicht in Bestform war, obwohl er gegen Ende noch stark aufholte.
Im hochkarätig besetzten Meister-B-Turnier ließ Gambit 89 nichts anbrennen: Verdienter Platz 1 für Alex Hillenbrand und sehr guter Platz 2 für Michael Ehrhardt, der gegen Alex ziemlich sang- und klanglos verlor, sich dafür aber an Tommy Schütz klaglos schadlos hielt. Besser geht ’s nicht. Super Leistung! Wir gratulieren!
Unser Axel Pocivalnik riss im A-Turnier keine Bäume aus, landete aber im gesicherten Mittelfeld.
Roland Kaum spielte nach letztjährigem Aufstieg im B-Turnier, hielt sich tapfer und konnte die Klasse halten.
Im D-Turnier spielten die Tretow-Brüder, unsere Jugendlichen, ganz vorne mit. Am Schluss standen ein geteilter erster bzw. ein geteilter zweiter Platz zu Buche. Ein toller Erfolg, der auch unserem Jugendtrainer Bernd Wagner zu verdanken ist.
Im Seniorenturnier hielt Heinz Wirtz die Fahnen von Gambit 89 hoch. Nach einer tollen Verbandsrunde (mit vielen Einsern auf dem Zeugnis) lief es diesmal nicht ganz optimal, aber er wurde guter Vierter hinter Viktor Siebert. Gewonnen hat die Seniorenklasse Luis Mischke (der Vorsitzende des saarländischen Che Guevara Fanclubs :)) und zwar in überzeugender Manier. Neun aus Neun sprechen eine klare Sprache.
Last but not least ein paar Fotos vom Turnier.

Schach-WM 2013

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Ein Bild aus besseren Tagen: Vishy und Harry

Jungs von Gambit 89, bitte herhören. Der Präsident sagt: „Morgen dürft ihr nach Herzenslust patzen. Wenn schon der amtierende Weltmeister Anand Turmendspiele nicht rechnen kann, dann habt ihr erst recht keinen Druck.“
Aber mal im Ernst: Ich glaube, der sanfte Inder ist am Ende. Er hatte schon in den letzten Spielen zwischendurch immer mal wieder seltsame Züge drin (z. B. in der bis dahin gut gespielten Partie 4 mit 41. Kc3). Aber nun ist es wirklich schlimm geworden. Tut uns wirklich Leid, denn wir mögen ihn. Außerdem ist jetzt die Spannung schon raus aus dem Duell. Carlsen wird ein verdienter Weltmeister sein. Das einzige, was man bei Magnus verbessern könnte, ist seine Sitzhaltung während des Spiels: Beine halb auf dem Tisch, hochgezogene Hosenbeine lassen den Blick frei auf Kurzsöckchen und behaarte Unterschenkel. Mit anderen Worten: Der junge Mann lümmelt sich regelrecht in seinem Stuhl.

Deutsche Schacheinzelmeisterschaft in Saarbrücken

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Die nationale Schachelite in Saarbrücken

Ein Schachevent erster Güte findet an der Sporthochschule des Saarlandes statt. Und zwar die deutschen Schachmeisterschaften. Von den saarländischen Kollegen nehmen Hendrik Tabatt, André Oberhofer, Herbert Bastian, Rick Frischmann und Reinhold Müller teil. Wir wünschen allen viel Erfolg.
Anbei ein paar Impressionen vom zweiten Tag.
Unser ehemaliges Mitglied André Oberhofer ist nach dem 4. Tag mit 3 Punkten mit weitem Abstand bester „Saarländer“. 2 überzeugende Angriffssiege, ein sauberer positioneller Sieg stehen einer Niederlage (nach Patzerzug in schwieriger Stellung) gegen den stark aufspielenden GM Krämer gegenüber. So kann ’s weitergehen.
So geht es auch weiter: Nach 6 Tagen sind 4 Punkte auf André ’s Punktekonto. Die Spielweise von André ist bei dieser Meisterschaft gekennzeichnet durch unorthodoxen Angriff häufig verbunden mit Materialopferung. „All in“ halt! Oft genug dringt er durch, aber ab 2500 wird die Luft dann doch dünner. Aber so ein gut durchgehangener 2400er verliert dann schon mal den Überblick (wie Plischki nach 17 (hicks) Zügen!!).
André wird immer besser. Am siebten Tag rächt er seinen Vereinskollegen Tabatt (der eine Gewinnstellung vergeigte) und bringt mit Schwarz dem starken IM Blübaum (über zwo fünf Elo) die erste Niederlage bei. Wie aus dem Nichts heraus entschied eine tolle Kombination die Partie innerhalb weniger Züge. Alles begann im 29. Zug mit dem wunderbaren d4. Was zunächst wie ein Bauernverlust aussah, entpuppte sich nach dem genialen 31. Sd2 als tödliche, aber vermeidbare Falle. André lässt die starken Jungs wirklich alt aussehen. Es lohnt sich, diese Partie nachzuspielen. André, der das Schach liebt wie kein zweiter hat die richtige Bühne gefunden, um sein Coming Out auf nationaler Ebene zu zelebrieren. Chapeau!
Der achte Tag bringt leider eine Niederlage für unseren Helden gegen den erfahrenen GM Klaus Bischoff. Die Bäume wachsen halt doch nicht in den Himmel. Nach vielleicht nicht ganz optimaler Eröffnungsbehandlung, aber ungefährem Ausgleich ging André mit 22. Sd6 mal wieder „all in“ und opferte einen Bauern. Die Stellung war komplex und auch ein Bischoff fand nicht die optimalen Züge. Kurz vor der Zeitkontrolle kam André durch seinen gedeckten Freibauern wieder in eine ausgeglichene Stellung, versiebte diese aber leider durch seinen 38. Zug. Danach spulte Bischoff in großmeisterlicher Manier sein Programm bis zur Aufgabe von André herunter. Schade!
Neunter Tag: André spielt Remis gegen Litwak. Beide machten keine Fehler. Nach 21. ..Kf7 lief es auf „ungleichfarbige Läufer mit Bauern garniert“ heraus. Daran arbeitete man noch 19 Züge, bis man sich schließlich friedlich die Hände schüttelte.
Fazit: André spielte ein super Turnier und hatte bis zum vorletzten Tag noch Chancen auf den Meistertitel. Im Endeffekt verlor er gegen den starken Bischoff im 38. Zug in Zeitnot die Kontrolle, sonst wäre noch alles drin gewesen. Glückwunsch an unser ehemaliges Mitglied! Er scheint für die zweite Liga gerüstet zu sein.
Anbei alle aktuellen Partien zum Nachspielen oder Herunterladen.

Deutsche Einzelmeisterschaft 2012

Die deutschen Einzelmeisterschaften im Schach sind beendet. Gewonnen hat GM Daniel Fridman. Anbei alle Spiele zum Nachspielen.
Das kleine Saarland wurde von Herbert Bastian und Hendrik Tabatt würdevoll vertreten. Besonders Herbert überzeugte in einigen Partien durch Stringenz und dynamische Kraft in engem Zeitkorridor. Seine Partie gegen den elostarken (2429) Lubbe ist hervorzuheben: Nach einem schwachen Zug von Lubbe noch in der Eröffnungsphase litt Lubbes König unter akutem Durchzug. Dies nutzte Bastian mit einer Vielzahl guter Züge eiskalt aus. Er ließ sich auch nicht durch eine taktische Nachlässigkeit (die Lubbe aber nicht auszunutzen vermochte) aus der Ruhe bringen und zog seinen Gegner technisch sauberst über den Tisch.
Gegen WGM Melanie Ohme (die gegen Tabatt ein sehenswertes Endspiel gewann) überstand Bastian geschickt eine schwierige Eröffnungsphase, um dann im Mittelspiel in Nachteil zu geraten. Er verlor aber nicht die Nerven und nutzte nach einem überflüssigen Königszug von Ohme sofort sein Angriffspotenzial. Melanie Ohme stand eine schwierige Verteidigung bevor, in der sie fehlgriff.
Apropos Melanie Ohme: Sie ist wirklich ein Aushängeschild des deutschen Schach und zeigt auf ihrer Webseite gepaart mit einem gewissen Geschäftssinn ihre ganze Leidenschaft für das königliche Spiel.