Die mit dem Bär rockt!

Harry, unser fliegender Reporter, fuhr mal wieder den Wagen vor und ab ging‘ s nach Hollywood. Hier sein Bericht.

vesawardkarincooper

Outstanding Animated Performance in a Photoreal Feature award recipients Matt Shumway, Gaelle Morand, Karin Cooper and Leandro Estebecorena attend the 14th Annual VES Awards at The Beverly Hilton Hotel on February 2, 2016 in Beverly Hills, California.

Älteren Semestern der saarländischen Schachszene ist sie noch gut bekannt aus zahlreichen Blitzpartien im Saarbrücker Nauwieserviertel.
Jetzt rockte Karin Cooper – früher Karin Derlich – den VES-Award (Virtual Effects Society), eine der höchsten Auszeichnungen, die Hollywood für die computergesteuerte technische Realisierung eines Films zu vergeben hat.
Karin erhielt Anfang Februar diese Auszeichnung für die siebenminütige Sequenz des Kampfes eines Grizzlybären mit einem Trapper, dargestellt von Leonardo DiCaprio, in dem Film “The Revenant – der Rückkehrer”.
therevenantDer Rückkehrer ist jetzt auch in der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ für den Oscar nominiert, der Ende Februar vergeben wird. Wir sind gespannt, wie es da weitergeht.
Karin ist FIDE-Meisterin, lebte viele Jahre im Saarland und spielte für Miesenbach, später für Saarbrücken und noch später für Mainz, wohin sie zum Studium an der Kunstakademie ging und aus dem Saarland fortzog.
Sie brachte es im Schach in ihrer aktiven Zeit bis in den B-Kader der Frauen-Nationalmannschaft, spielte mehrfach internationale Turniere im damals noch kommunistischen Ostblock bis hin zum Grand Prix Kataloniens in Spanien.
Ihr größter Erfolg war vielleicht der geteilte erste Platz 1989 im Open von Bar-Le-Duc,
vor Größen wie GM Prie und anderen Titelträgern.
Beruflich hieß es dann nach ihrem Studium und den Stationen Köln und München, wo sie übrigens mit unserem Netzmeister die eine oder andere Klinge kreuzte, „Let’s go to San Francisco“.
In San Francsco lebt und arbeitet sie nun auch schon seit vielen Jahren.
In Insider-Kreisen aufmerksam wurde man auf sie durch ihre Mitarbeit an den Computer-Animationen in den Filmen „Avatar Aufbruch nach Pandora“ und „Der unglaubliche Hulk“, wozu sie dem SWR-Fernsehen vorletztes Jahr ein ausführliches Interview gab.
Nach Abschluß des „Revenant“, in dem sie erstmals als Projektleiterin die Verantwortung für ein großes internationales Team trug, arbeitet sie derzeit an der Neuverfilmung eines Klassikers mit.
Ihr Job lässt ihr natürlich keine Zeit mehr für Schach, aber aus gegebenem Anlass haben wir eine hübsche Partie aus der Frauen-Bundesliga hervorgekramt, mit der wir diese Laudatio beschließen wollen.

Anita Stangl Karin Derlich
Zweite Frauen-Bundesliga 1998
1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Lc4 e6 7.a3

derlich1

Le7 8.La2 0-0 9.0-0 b5 10.Sde2

derlich2

Lb7 11.Sg3 Sbd7 12.f4 Tc8 13.f5 e5 14.De2 Sb6 15.Lg5 Sc4 16.Lxc4 Txc4
17.Ld2

derlich3

Dc7 18.Tad1 a5 19.Lg5 b4 20.axb4 axb4 21.Lxf6 Lxf6 22.Sd5 Lxd5 23.Txd5 Txc2

derlich4

24.Dd3 Txb2 25.Txd6 Da7+ 26.Kh1 Da2 27.Df3 Td8 28.Txd8+ Lxd8 29.Sh5 f6 30.Td1 Lb6 31.h3 Ld4

derlich532.Dg4 Df7 33.Ta1 h6 34.Ta6 Kh7 35.Tc6 Tb1+ 36.Kh2 Lg1+ 37.Kg3 Tb3+38.Kh4 Lf2+ 39.g3 Le3 40.Sf4

derlich6exf4 41.Tc7 h5 42.Dd1 f3 43.Txf7 Kh6

0:1

derlich7

World Chess Rapid and Blitz Championship

Harry fuhr mal wieder den Wagen vor

Unser fliegender Reporter, der normalerweise erst ab 5000 Höhenmetern frei zu atmen beginnt, wagte sich mit seiner lieben Frau ins preußische Flachland und zwar zur Schnellschach-WM nach Berlin. Dort traf er kleine und große Meister. Über seine Erlebnisse in der Bundeshauptstadt hat er einen Bildbericht verfasst, den wir euch nicht vorenthalten wollen.

Gaza stirbt!

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Das Grauen in Gaza

In der schachfreien Zeit darf es auch mal erlaubt sein, die Augen nach links oder nach rechts neben das Brett sowie darüber hinaus zu richten. Leider sehen unsere Augen zur Zeit nichts Gutes: Die Bombardierung des Gaza, eines der dichtbesiedelsten Landstriche der Welt, berührt in fast nicht zu ertragenden Maße die humane Sensibilität eines jeden Menschen. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Wir sind keine Antisemiten, im Gegenteil, viele unserer Freunde sind Juden, aber wenn ein Staat faschistoide Tendenzen an den Tag legt, dann darf dieser kritisiert werden, auch wenn es sich um Israel handelt. Der mediale Lieblingsbösewicht „Putin“ soll für einmal zurückstehen.
Die israelische Soziologin Eva Illouz betont im aktuellen Spiegel, das die politische Elite in Israel nicht wirklich ernsthaft verhandeln will und in ihrem grenzenlosen Zynismus davon ausgeht, dass die Palästinenserfrage ein für alle Mal mit der Zerbombung von Gaza gelöst werden kann. Israel ist zwar eine Demokratie, weite Teile des öffentlichen Lebens werden aber vom Militär beherrscht. So kann die Militärverwaltung z. B. nach Gutsherrenart entscheiden, ob „ein Palästinenser eine Arbeitserlaubnis erhält oder ob sein Haus dem Erdboden gleich gemacht wird“. Es ist offensichtlich, dass die (vertriebenen) Palästinenser als Menschen zweiter Klasse angesehen werden und dass die immer mehr an Macht gewinnenden Ultra-Zionisten kein Interesse daran haben, durch eine Politik des Ausgleichs die vorhandenen Ungerechtigkeiten abzubauen.
Last but not least ist Israel ein vom Westen hochgezüchteter militärischer Apparat, der als aggressiver Brückenkopf in der arabischen Welt fungiert. Daher kann sich Israel fast alles erlauben, ohne dass den verantwortlichen Politikern von Obama und Co. die Ohren lang gezogen werden.
Klar ist aber auch, dass dieselben humanen Maßstäbe auch an die Hamas, an Syrien, Irak, etc. angelegt werden müssen. Leider spielen Humanität und Moral auf höchster politischer Ebene nur eine untergeordnete Rolle, aber die Doppelzüngigkeit der landläufigen Bewertungen in Deutschland ist wirklich schwer zu ertragen.

Sommerfest

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Gambit Sommerfest

Unser Sommerfest in Harry‘ s Garten. Sieht gemütlich aus, so war es auch. Die Schachparty fiel dieses Jahr besonders groß aus, da unser kleiner Verein sein 25-jähriges Bestehen feiert. 1989, als die Mauer fiel, haben auch wir uns gegründet. Mal sehen, wie die Sache nach 25 weiteren Jahren ausschaut.

Saarländische Einzelmeisterschaft

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Konzentration am Brett

Die SEM 2014 als das Osterevent für saarländische Schachspieler ist beendet. Hendrik Tabatt ist neuer saarländischer Einzelmeister. Er beherrschte die diesmal nicht ganz so starke Konkurrenz im Meister-A-Turnier klar. Insbesondere die Niederlage von Ronny Müller gegen Dominik Faas verminderte die Spannung an der Spitze. Hinzu kam, dass der Chef aller deutschen Schachspieler, Herbert Bastian, besonders zu Beginn nicht in Bestform war, obwohl er gegen Ende noch stark aufholte.
Im hochkarätig besetzten Meister-B-Turnier ließ Gambit 89 nichts anbrennen: Verdienter Platz 1 für Alex Hillenbrand und sehr guter Platz 2 für Michael Ehrhardt, der gegen Alex ziemlich sang- und klanglos verlor, sich dafür aber an Tommy Schütz klaglos schadlos hielt. Besser geht ’s nicht. Super Leistung! Wir gratulieren!
Unser Axel Pocivalnik riss im A-Turnier keine Bäume aus, landete aber im gesicherten Mittelfeld.
Roland Kaum spielte nach letztjährigem Aufstieg im B-Turnier, hielt sich tapfer und konnte die Klasse halten.
Im D-Turnier spielten die Tretow-Brüder, unsere Jugendlichen, ganz vorne mit. Am Schluss standen ein geteilter erster bzw. ein geteilter zweiter Platz zu Buche. Ein toller Erfolg, der auch unserem Jugendtrainer Bernd Wagner zu verdanken ist.
Im Seniorenturnier hielt Heinz Wirtz die Fahnen von Gambit 89 hoch. Nach einer tollen Verbandsrunde (mit vielen Einsern auf dem Zeugnis) lief es diesmal nicht ganz optimal, aber er wurde guter Vierter hinter Viktor Siebert. Gewonnen hat die Seniorenklasse Luis Mischke (der Vorsitzende des saarländischen Che Guevara Fanclubs :)) und zwar in überzeugender Manier. Neun aus Neun sprechen eine klare Sprache.
Last but not least ein paar Fotos vom Turnier.

Sommerzeit – ein Schildbürgerstreich

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Dali hatte Recht

Es war mal wieder soweit. In der Nacht zum 30.3. mussten alle Deutschen die Uhren um eine Stunde vordrehen. Mittlerweile ist zwar erwiesen, dass dieser Schildbürgerstreich nur Nachteile mit sich bringt, aber unsere Politiker ficht das nicht an. Die haben wohl anderes zu tun, als diese unsinnige Zeitverschiebung wieder rückgängig zu machen. Oder es liegt daran, dass unsere jetlaggeplagten Volksvertreter die Bevölkerung auch ein wenig mitleiden lassen wollen. Ob wir dir Rücknahme dieses Kalauers noch erleben? Die Antwort weiß nur der Wind. Wie dem auch sei, wir schafften es alle, unsere Uhren zeitig umzustellen, um pünktlich zum letzten Spieltag der SMM 2013-14 zu erscheinen. Und der lief durchaus erfolgreich für unseren Verein.
Gambit I landet einen Kantersieg gegen Heusweiler und Gambit II schlägt Eppelborn knapp mit 4,5 zu 3,5. Gambit I ist damit Zweiter der Saarlandliga. Gegen dieses Jahr unschlagbare Illinger war kein Kraut gewachsen. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr wieder mit dem Aufstieg in die Oberliga.
Unsere Zweite erreicht einen guten 5. Platz in der Verbandsliga. Damit können wir alle leben, nach durchwachsenem Verlauf der Saison.
Die dritte Mannschaft hatte spielfrei und erreicht insgesamt einen dritten Platz in der Kreisliga West.

Frohe Festtage

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Gambit 89 wünscht frohe Festtage

Schon ist das Jahr 2013 fast vorbei und Weihnachten ist wieder angesagt. Die Gambit 89 – Schachgemeinde feierte das besinnliche Fest in der Malzeit, unserem Vereinslokal. Für Speis‘ und Trank war bestens gesorgt. Ein Dank an unsere vorzüglichen Gastgeber vom Bistro Malzeit und natürlich an unseren Präsidenten Christoph von Brochowski, der die Party optimal organisiert hatte.
Die Stimmung war hervorragend, es wurde gegessen, getrunken, geredet und natürlich Schach gespielt. Einige früher aktive Mitglieder von Gambit waren überraschenderweise auch zugegen, was uns besonders freute.
So kann es weitergehen und wir freuen uns schon auf die nächsten Spiele der Verbandsrunde in 2014. Vorher findet aber noch das berühmte Schwalbacher Weihnachtsturnier statt. Wir werden zahlreich vertreten sein. Für die, die leider nicht dabei sein konnten, einige Impressionen zum Fest.

Ach, der Robert …

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Der Adel spielt Schach?!

Ein Adelstitel schützt vor Unwissenheit nicht: Diese Erkenntnis hat sich die Menschheit über hunderte von Jahre abgerungen.
Auch in heutiger Zeit wird immer wieder mal gerne der Beweis für diese Wahrheit angetreten. So geschehen durch einen gewissen Bobby von Weizsäcker, der sich bemüßigt fühlte, nach dem überzeugenden Sieg von Carlsen gegen Anand in Richtung Carlsen nachzutreten. In einem launigen Interview kritisierte er Carlsen, weil dieser den armen Anand unfairerweise über 4 bis 5 Stunden (wahnsinnig lange Zeitspanne) in remisverdächtiger Stellung solange quälte, bis der Inder die Nerven verlor und patzte. Außerdem stellte er Vergleiche zu früheren Weltmeisterschaftsmatches an. Unbescheiden erwähnte er, dass er alle Partien der letzten Weltmeisterschaften eigenhändig hat nachspielen können. Tolle Leistung! Wir sagen: Züge nachziehen und Züge verstehen sind manchmal zwei verschiedene Paar Schuhe. Sein Hauptkritikpunkt gipfelte in der These, dass Carlsen langweilig wie ein Computer spielt. Dabei ist es doch genau umgekehrt: Anand konnte phasenweise nur dadurch überzeugen, dass er mithilfe von Computern und Sekundanten vorbereitete Varianten nachzog, die sicherlich interessant aussahen, aber nicht durch eigenständiges Finden von Lösungen gekrönt wurden. Das machte dafür Carlsen, dessen Art es gerade nicht ist, vielzügige Computervarianten seinen Gegnern als Überraschung zu präsentieren.
Vor 10, 20 Jahren war Kasparow einer der ersten, der auf exzessive Computerhilfe bei der Vorbereitung auf seine Matches setzte. Es entstanden dann tatsächlich z. B. im Königsinder Wahnsinnsvarianten, auf die so mancher Gegner keine Erwiderung am Brett fand. Heutzutage ist es aber so, dass gerade aufgrund der überbordenden Computernutzung die meisten Stellungen soweit ausgequetscht sind, dass überraschende Zugabfolgen nur noch selten gefunden werden können. Anders ausgedrückt: Auf Weltniveau wird es immer schwieriger, sich durch Computer Vorteile zu verschaffen. Und es entsteht das scheinbare Paradoxon, dass gerade die ausufernde Computernutzung dazu führt, dass es wieder mehr auf das Schachverständnis, die Intuition und die Rechenfähigkeit live am Brett ankommt. Und nun sind wir bei Magnus Carlsen. ER ist die Speerspitze genau dieser Tendenz.
Last but not least: Natürlich hat Magnus auch schon viele tolle Partien abgeliefert. Anand war aber weit davon entfernt, ihn wirklich zu fordern. In der aktuellen Form findet man den Inder nicht unter den 100 besten Schachspielern dieser unserer Erde, sondern weit darunter. Hier von einer rein körperlichen Überlegenheit des jüngeren Carlsen zu sprechen, grenzt, es tut uns Leid, an absoluten Blödsinn.
Es liegt uns fern, Robert von Weizsäcker persönlich zu beleidigen, aber wer hart austeilt, muss auch hart einstecken können. Darüber hinaus finden wir, dass es in der berühmten Weizsäckerfamilie (die sich mit einigem Ehrgeiz bis in den Adelsstand „hochmüllerte“) viel schlimmere Finger gegeben hat (Stichwort: Tausendjähriges Reich), als den Ehrenpräsidenten des deutschen Schachbundes. Von daher gesehen ist ein deutlicher Fortschritt innerhalb der Entwicklung dieses Clans nicht zu verleugnen.

Schach-WM 2013

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Ein Bild aus besseren Tagen: Vishy und Harry

Jungs von Gambit 89, bitte herhören. Der Präsident sagt: „Morgen dürft ihr nach Herzenslust patzen. Wenn schon der amtierende Weltmeister Anand Turmendspiele nicht rechnen kann, dann habt ihr erst recht keinen Druck.“
Aber mal im Ernst: Ich glaube, der sanfte Inder ist am Ende. Er hatte schon in den letzten Spielen zwischendurch immer mal wieder seltsame Züge drin (z. B. in der bis dahin gut gespielten Partie 4 mit 41. Kc3). Aber nun ist es wirklich schlimm geworden. Tut uns wirklich Leid, denn wir mögen ihn. Außerdem ist jetzt die Spannung schon raus aus dem Duell. Carlsen wird ein verdienter Weltmeister sein. Das einzige, was man bei Magnus verbessern könnte, ist seine Sitzhaltung während des Spiels: Beine halb auf dem Tisch, hochgezogene Hosenbeine lassen den Blick frei auf Kurzsöckchen und behaarte Unterschenkel. Mit anderen Worten: Der junge Mann lümmelt sich regelrecht in seinem Stuhl.